Beim Schreiben greife ich immer wieder gerne auf die Wortschatzdatenbank der Universität Leipzig zurück. Vor allem in geschäftlichen E-Mails, in denen ich nicht einfach so schreiben darf, wie ich es möchte, war dieser Onlinedienst bisher schon oft eine große Hilfe.
Manche Redewendung benutze ich einfach so selten, daß ich mich lieber nochmal vergewissern will, ob es nun wirklich "verantwortlich zeichnen" heißt oder ob es das Wort "Zurverfügungstellung" gibt.
Hilfreich dabei ist dann auch meist die Angabe, welche Wörter besonders häufig zusammen mit dem gesuchten Wort auftreten, weil das oft ein wertvoller Hinweis dafür ist, in welchem Zusammenhang das gesuchte Wort verwendet wird.
Das Wort "Soldat" tritt beispielsweise wesentlich häufiger mit den Wörtern "getötet" (2630 x), "verletzt" (1502 x) und "entführt" (481 x) auf als das Wort "Bademeister". Was indirekt Aufschluss darüber gibt, wie wahrscheinlich es für einen Bademeister ist, im Dienst entführt, verletzt oder am Ende sogar getötet zu werden.
Dieses gemeinsame Auftreten von Wörtern wird in der Wortschatzdatenbank als "Kookkurrenz" bezeichnet, ein Begriff, den man sich auch mit seinem Schulenglisch herleiten kann: "to occur" heißt "sich ereignen, auftreten", und daß die Vorsilbe "Ko-" für "zusammen" steht, ist auch nicht neu.
Zugegeben, "Kookkurrenz" gehörte bislang nicht zu meinem aktiven Wortschatz, aber das tat zum Beispiel "Informationsfreiheitsbeauftragter" auch nicht, deswegen kann man sich ja trotzdem in etwa vorstellen, was beide Begriffe bedeuten.
Jetzt sollte man meinen, daß nun ausgerechnet eine Wortschatzdatenbank, die den Begriff "Kookkurrenz" auf jeder Ergebnisseite verwendet, diesen auch zu definieren weiß. Gibt man aber in das Suchfeld eben diesen Begriff ein, so findet man: nichts. Gar nichts.
"Es wurden keine Ergebnisse gefunden", heißt es dort lapidar.
So nicht, Uni Leipzig. Erst einen auf dicke Hose machen und mit Fachwörtern um sich werfen und dann nicht erklären können, was sie bedeuten.





