Twitterclients für das iPhone gibt es Dutzende, einige davon sind kostenlos, andere wiederum kosten ein paar Euro, und ihr Funktionsumfang reicht von einfacher Grundfunktionalität bis hin zu vollwertigen Twitterclients mit Gruppierfunktion und allem Drum und Dran.
Twitterfon war von den Gratisapplikationen mit Sicherheit eine der mächtigsten, hatte ein durchdachtes, aufgeräumtes Interface und erfreute sich großer Beliebtheit.
Bis zum vergangenen Freitag. Im AppStore wurde ein Update für Twitterfon angezeigt. Das wurde selbstverständlich in kürzester Zeit von vielen Benutzern installiert, immerhin sind in der Vergangenheit bei jedem Update neue, hilfreiche Funktionen hinzugefügt worden.
Doch Twitterfon sah plötzlich so aus:

Über der Timeline wurde völlig ohne Vorwarnung Werbung eingeblendet, die nicht nur grauenhaft häßlich war, sondern auch immer wieder wie ein Laufband animiert eingeschoben wurde.
Die Twitterfon-Userschar war empört.
Was war schiefgelaufen?
Der Entwickler Kazuho Okui hatte zeitgleich die kostenlose Applikation zusammen mit einer kostenpflichtigen, werbefreien Version "Twitterfon Pro" hochgeladen, doch die Bezahlvariante befand sich noch in der Prüfung durch den AppleStore.
Und so waren etliche User zu Recht stinksauer, was zunächst seltsam klingt, immerhin handelt es sich doch um eine kostenlose Applikation.
Aber es war einfach zu viel auf einmal falsch gelaufen, denn:
- die Werbung versaute das gesamte Interface,
- es gab keine Alternative, wenn man Twitterfon weiterhin benutzen wollte,
- und das Ärgerlichste: Dieser Schritt wurde nicht angekündigt, wohl der schlimmste Fehler, den man machen konnte.
Kazuho Okui bemühte sich um Schadenbegrenzung, schaltete die Werbung zunächst aus, bis die Pro-Version verfügbar war und entschuldigte sich in seinem Blog für die Unannehmlichkeiten, die er seinen Benutzern zugemutet hatte.
Doch dafür war es bereits zu spät, eine große Anzahl von User hatten keine Lust, sich mit einer Nagware herumzuschlagen, probierten kurzerhand andere, ebenbürtige Twitter-Applikationen aus, und stellten fest, daß viele der Twitterclients mittlerweile durchaus ihr Geld wert sind.
Seit heute ist nun auch Twitterfon Pro verfügbar, ich habe es gekauft, schon allein, um Kazuho Okui für die vergangenen Versionen etwas finanzielle Anerkennung zukommen zu lassen. Aber überzeugen konnte mich die Software nicht, da beispielsweise die unnötige Funktion, Tweets direkt in der Timeline zu favorisieren, dermaßen spitze Finger erfordert, daß ich nach kurzer Benutzung entnervt wieder zu den in der Zwischenzeit entdeckten Clients gewechselt bin.
Zur Zeit liegen für mich Twittelator Pro und Tweetie gleichauf, aber das kann sich durch zukünftige Updates auch jederzeit wieder ändern.
Schade für Twitterfon, aber die Aktion ist gründlich schiefgegangen.