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	<title>spitblog &#187; grundeinkommen</title>
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	<description>Ich kann auch anders</description>
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		<title>Warum ich ein bedingungsloses Grundeinkommen f&#252;r richtig halte</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 12:29:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
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		<category><![CDATA[grundeinkommen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die meisten Argumentationen f&#252;r das bedingungslose Grundeinkommen zielen darauf, den Skeptikern ihre Zweifel zu nehmen. Finanzierbarkeit, Mi&#223;brauchsm&#246;glichkeit und Zusammenbruch des Leistungsprinzips sind wohl die h&#228;ufigsten Gr&#252;nde, die die Gegner des Grundeinkommens ins Feld f&#252;hren. Mir ist das zun&#228;chst auch passiert. &#034;Das kann gar nicht funktionieren&#034; ist das, was mir zuerst dabei durch den Kopf ging. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Argumentationen f&#252;r das bedingungslose Grundeinkommen zielen darauf, den Skeptikern ihre Zweifel zu nehmen. Finanzierbarkeit, Mi&#223;brauchsm&#246;glichkeit und Zusammenbruch des Leistungsprinzips sind wohl die h&#228;ufigsten Gr&#252;nde, die die Gegner des Grundeinkommens ins Feld f&#252;hren.</p>
<p>Mir ist das zun&#228;chst auch passiert. &#034;Das kann gar nicht funktionieren&#034; ist das, was mir zuerst dabei durch den Kopf ging. Genau das h&#228;tte ich aber auch gesagt, wenn mir jemand vor 10 Jahren gesagt h&#228;tte, da&#223; man heute ein Ger&#228;t in der Tasche hat, das man hervorziehen und damit das gesamte Wissen der Welt abrufen kann. Fragt euch mal selbst, f&#252;r wie wahrscheinlich ihr es noch vor drei Jahren gehalten h&#228;ttet, da&#223; die USA einen schwarzen Pr&#228;sidenten w&#228;hlen.</p>
<p>Irgendwann f&#228;ngt man an, sich n&#228;her mit einem Thema zu besch&#228;ftigen, genauer hinzusehen und fragt sich: Warum eigentlich nicht?</p>
<p>Warum sollte es nicht m&#246;glich sein, nahezu alle Steuerschlupfl&#246;cher mit einem Streich zu schlie&#223;en? Warum sollte es nicht m&#246;glich sein, die Steuerlast von der Wertsch&#246;pfungskette auf das Endprodukt zu verlagern? (Denn nichts anderes geschieht dabei.) Wer kann so ein Grundeinkommen eigentlich mi&#223;brauchen, wenn es ohnehin jedem zusteht? Wer etwas leisten kann und will, der wird auch weiterhin viel zur&#252;ckbekommen. Die meisten von uns werden ihren Lebensstandard mit dem Grundeinkommen allein ohnehin nicht halten k&#246;nnen. Mit dem Grundeinkommen allein kann man kein Auto bezahlen, keine Fernreisen und keine Mitgliedschaft im Golfclub.</p>
<p>Ein Grundeinkommen kann aber viel bewirken. Es kann den Jugendlichen, die jetzt jeden Tag belogen werden, da&#223; sie sich nur t&#252;chtig anstrengen m&#252;&#223;ten, und dann w&#252;rden auch sie am Wohlstand beteiligt werden, obwohl jeder wei&#223;, da&#223; das nicht wahr ist, ihnen kann ein Grundeinkommen zumindest die Angst vor der Armut nehmen. Es kann Studenten helfen, das zu studieren, was ihrem Talent entspricht und nicht das, was den Studienkredit am schnellsten zur&#252;ckzahlt oder was die Eltern unter Androhung, den finanziellen Geldhahn zuzudrehen, so bestimmt haben.</p>
<p>Gestern gingen zwei Meldungen fast gleichzeitig durch die Nachrichten: &#034;Die Deutschen bekommen wieder mehr Kinder&#034; und &#034;Viele dieser Kinder leben in Armut, insbesondere diejenigen mit alleinerziehenden Eltern.&#034; Was wollen wir mit denen denn machen? Die Eltern zum Zusammenleben zwingen? Sie ihrem Schicksal &#252;berlassen?</p>
<p>Schaut euch mal in eurer Heimatstadt um und z&#228;hlt die Leute, die ihr bei einem Gang durch die Innenstadt seht, von denen ihr schon vom ersten Anschein sagen w&#252;rdet: &#034;Der ist runter mit der Bereifung, den stellt keiner mehr ein.&#034;</p>
<p>Ist es denn in einer Wohlstandsgesellschaft wie unserer nicht besch&#228;mend, wenn Menschen unter freiem Himmel schlafen m&#252;ssen? &#034;Notleidenden soll ja auch geholfen werden,&#034; hei&#223;t es dann. Aber wer will denn schon beurteilen, wer leidet und wer nicht? Leidet ein Arbeitnehmer nicht auch, der eine wirklich gute Idee hat, sich selbst&#228;ndig zu machen, die er aber nicht verwirklicht, weil er Angst hat, er k&#246;nnte scheitern?</p>
<p>Leidet eine Kassiererin im Drogerie-Discounter nicht auch, wenn sie nicht einmal auf die Toilette gehen kann, weil niemand da ist, der sie abl&#246;sen k&#246;nnte? Leidet eine Krankenpflegehelferin, die abends noch im Solarium jobben mu&#223;, weil sonst das Geld nicht f&#252;r die Miete reicht, nicht auch?</p>
<p>W&#252;rden Arbeitgeber so mit ihren Angestellten umspringen, wenn diese jederzeit sagen k&#246;nnten: &#034;Mit mir nicht!&#034;?</p>
<p>Wer darauf antwortet, da&#223; aber doch irgendeiner diese Arbeit machen mu&#223;, ist im Geiste immer noch ein Sklavenhalter. Denn er geht davon aus, da&#223; es Menschen gibt, die keine bessere Behandlung &#034;verdienen&#034;.</p>
<p>Wir w&#252;rden heute &#252;berhaupt nicht von einem Datenschutzskandal bei der Deutschen Bahn sprechen, wenn die Mitarbeiter ohne Angst vor K&#252;ndigung und dem daraus folgenden sozialen Abstieg h&#228;tten sagen k&#246;nnen: &#034;Mit mir nicht!&#034;</p>
<p>Wie viele Menschen w&#252;rden sich immer noch von psychopathischen Vorgesetzten drangsalieren lassen, krank zur Arbeit kommen und heulend wieder nach Hause gehen, wenn sie zu ihrem Arbeitgeber sagen k&#246;nnten: &#034;Mit mir nicht!&#034;?</p>
<p>Wir leisten uns einen Verteidigungshaushalt von 30 Milliarden Euro und sind nicht in der Lage, jedem in unserer Gesellschaft zumindest soviel zukommen zu lassen, da&#223; er sich keine Sorgen vor Armut machen mu&#223;?</p>
<p><a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=1422">Mit mir nicht!</a></p>
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