Von meiner Mutter habe ich damals drei Haushaltsgegenstände geerbt: Einen Wäschetrockner, eine Friteuse und eine Waschmaschine.
Der Wäschetrockner war so ein Gebläseteil, das man eigentlich gar nicht in geschlossenen Räumen aufstellen darf. Andererseits: Wer stellt seinen Trockner schon in den Garten? Egal, ich habe das Ding trotzdem ab und zu mal benutzt, so viel Wäsche hatte ich ja damals als Single auch nicht, außerdem stand der Trockner im Keller.
Die Friteuse lief auch problemlos, bescherte mir locker 5 weitere Kilogramm Übergewicht, bis ich dann keine Lust mehr hatte, das Fett zu wechseln und schließlich die Friteuse samt Fett in der Hausmülltonne entsorgte.
Die Waschmaschine jedoch war zwar vollkommen ok, allerdings besaß ich zuvor nie eine, und irgendwie wollte ich dann doch wissen, wie man die am besten bei welcher Wäscheladung auf welches Programm einstellt. Daher mußte eine Bedienungsanleitung her. Für eine ca. 5 Jahre alte “Privileg Basic” von Quelle.
Im Internet allerdings fanden sich nur komplett sinnlose Testberichte von Hausfrauen, die sich begeistert über die Waschqualität dieses fantastischen Gerätes ausließen. Das konnte man also schonmal vergessen.
Ich schrieb daher den Quelle-Versand direkt über dessen Kontaktformular an, ob es wohl möglich sei, noch irgendwo eine Bedienungsanleitung für dieses Gerät zu bekommen. Es war immerhin schon 2003, ich erwartete also, eine EMail mit einem PDF-Anhang oder so etwas zu bekommen.
Stattdessen bekam ich irgendwann Post.
Nämlich ein Hermes-Paket, darin enthalten eine ca. 20-seitige Originalbedienungsanleitung für eine Privileg Basic, ein Lieferschein, ein Retourenaufkleber und – eine Rechnung über 8 Euro (inkl. Versandkosten).
“What the fuck?” hätte ich möglicherweise gedacht, aber das dachte damals in Deutschland noch keiner.
Also dachte ich: “Seid ihr bescheuert?”
Außerdem dachte ich: “Wollt ihr mich verarschen?”
Und schließlich dachte ich: “Moment, Retourenaufkleber?”
Tatsächlich. Sie hatten – wie bei jeder Lieferung üblich – einen Retourenaufkleber beigelegt, den konnte man bei Reklamationen einfach auf den Karton kleben und den Artikel portofrei zurück an Quelle schicken. Wenn man wollte, hatte man zudem die Möglichkeit, anzukreuzen, warum man mit dem Artikel nicht zufrieden war.
Das tat ich auch.
Ich jagte die Bedienungsanleitung einmal komplett über den Fotokopierer, verpackte alles wieder im gelieferten Karton, kreuzte deutlich “ARTIKEL GEFÄLLT NICHT” an und brachte alles wieder zur Post.
So gesehen bin ich also auch ein bißchen schuld an der Quelle-Insolvenz, aber so richtig leid tut’s mir nicht.
Gewaschen habe ich dann übrigens immer auf “Buntwäsche, 40°”. Egal, was.





