Haustiere sind toll. Sie freuen sich, wenn man von der Arbeit kommt und schlafen zusammen mit einem auf dem Sofa ein.
Haustiere, die man nicht trotz Dreckswetter, alkoholinduziertem Kopfschmerz oder sonstigen Widrigkeiten vor die Haustür führen muß, sind sogar noch toller, haben jedoch einen entscheidenden Nachteil: Es sind in aller Regel Heimscheißer.
Und der Gestank dessen, was dabei herauskommt, ist durch Biologie und Evolution nicht vollständig zu erklären. Im Gegenteil, ich würde mich sogar soweit aus dem Fenster lehnen, daß ich sage: Der unfaßbare Gestank von Katzenscheiße ist ein möglicher Beweis für die Existenz Satans.
Immerhin, Katzen benutzen völlig selbstverständlich ihr Katzenklo, was ihre Überlegenheit gegenüber Hunden meines Erachtens ebenfalls unterstreicht. Das entbindet den oder die Besitzer jedoch trotz moderner Klumpstreus nicht von der Pflicht, eben dieses Katzenklo täglich zu leeren. Und damit komme ich zum eigentlichen Thema.
Die Geschichte der Katzenscheißebeseitigung ist eine Geschichte voller Mißverständnisse. Bislang haben wir die Kacke- und Urinklumpen mit einer entsprechenden Siebschaufel in einen umfunktionierten Bioeimer geworfen, in den wir jeweils gebrauchte Einkaufstüten gehängt haben. Das war keine sonderlich angenehme Tätigkeit, denn beim Öffnen des Eimers ging jedesmal die olfaktorische Welt unter. Außerdem war nach spätestens einer Woche der Eimer voll, und das schlimmste kam dann erst noch. Man mußte dann nämlich die randvoll mit Scheiße gefüllte Tüte aus dem Eimer nehmen, zubinden und so schnell wie möglich in einer weiteren Tüte unterbringen, bevor man bewußtlos danebenlag.
Das hat jedoch jetzt ein Ende.
Vor zwei Wochen haben wir im Zoohandel den ultimativen High-Tech-Kackeeimer gefunden. Er hört auf den Namen "LitterLocker II" (Affiliate-Link), und er funktioniert so:

Oben im Behälter steckt eine Kassette mit einem Plastikfolienschlauch, den man erstmalig nach unten durch die Kackeluke zieht und am unteren Ende verknotet.
Beim täglichen Leeren des Katzenklos öffnet man nun die obere Klappe, wirft die Kacke ein und schließt die Klappe schnellstmöglich wieder. In den oberen Behälter passen ca. 2-3 Schaufelladungen. Dann zieht man die Luke zur Seite, die Kacke fällt nach unten in den Beutel, und man schließt die Luke wieder. Der Beutel ist jetzt mehr oder weniger luftdicht verschlossen. Beim nächsten Leeren öffnet man wieder nur die Klappe, schließt sie, öffnet und schließt die Luke und so weiter, so daß man letzten Endes einen Kackebehälter mit geruchsdichter Schleuse hat, während die Kacke ausschließlich mit der Innenseite der Folie in Berührung kommt.
Ob der Beutel voll ist, läßt sich gefahrlos durch Aufklappen des gesamten Eimers auf halber Höhe überprüfen, der Beutel bleibt ja durch die Luke verschlossen.
Will man nun den Beutel komplett loswerden, dann zieht man ihn noch ein bißchen nach unten und schneidet ihn mit einem fest unterhalb der Luke angebrachten Cuttermesser ab und verknotet ihn am oberen Ende. So kann man den Beutel dann wegwerfen.
Das andere Schnittende verknotet man wieder und zieht es nach unten aus der Luke.
Optimal funktioniert der LitterLocker übrigens mit einem möglichst feinkörnigen Klumpstreu, das auch gerne parfümiert sein darf, sofern die Katzen damit zurechtkommen.
Das Teil kostet ca. 20 Euro, die Folienkassette ca. 7 Euro. Mitgeliefert wird eine Kassette und eine Schaufel, die am Eimer in einer Halterung steckt.
Ich war erst skeptisch, aber dieser Kackeeimer ist einer der durchdachtesten Haushaltsgegenstände, die mir bisher begegnet sind. Und es ist immerhin nur ein Kackeeimer.
Disclaimer: Für diese Produktvorstellung habe ich kein Geld oder sonst irgendwelche Vergünstigungen vom Hersteller bekommen. Lediglich die Links zu Amazon sind Affiliate-Links, für die ich ein paar Prozent vom Bestellpreis bekomme. Der Text ist aus eigenem Antrieb entstanden. Ich würde diesen Kackeeimer also auch empfehlen, wenn ich kein Blog hätte. In einer Selbsthilfegruppe für Leute, die sich vor Katzenscheiße ekeln, zum Beispiel.