oder: “Hat schon jemand ‘ne Trennlinie getwittert?”
Irgendwann war ich es einfach leid.
Wir Piraten in Hameln treffen uns jeden Donnerstagabend und unterhalten uns manchmal ganz allgemein über aktuelle politische Ereignisse, mal ganz gezielt über Aktionen, an denen wir uns beteiligen wollen und manchmal auch einfach nur über dummes Zeug. Und (fast) jeden Donnerstagabend habe ich da gesessen und gedacht: “Irgendwas war doch noch. Da war doch noch was. Ich wollte doch noch was.” Weg. Vergessen. Naja, wird schon nicht so wichtig gewesen sein.
Meistens fiel es mir dann am Freitagmorgen wieder ein, um es dann bis zum nächsten Donnerstag wieder zu vergessen. Das mußte aufhören.
Trotz verschiedener Schwächen, die David Allens Methode “Getting Things Done” aufweist, in einem hat er Recht: Daß man neue Taschenlampenbatterien kaufen wollte, fällt einem erst dann ein, wenn man die Taschenlampe braucht, nicht, wenn man am Batterieregal vorbeiläuft.
Ich wollte eine Möglichkeit haben, jederzeit und überall eine Idee zu erfassen, und da ich der Ansicht war, daß es eventuell den anderen Piraten nicht besser ergeht als mir, wollte ich außerdem ein gemeinsam genutztes System einrichten. Erfahrungsgemäß sind Piraten zwar nicht unbedingt Zettel-und-Stift-Typen, besitzen aber auch nicht zwangsläufig ein Smartphone.
Und da kommt Twitter ins Spiel, mit seiner Möglichkeit, Nachrichten auch per SMS abzusetzen.
Um das ganze abzukürzen, das ist das System, das ich mir ausgedacht habe und das wir jetzt seit ein paar Wochen mit ziemlich guten Resultaten betreiben:
Ich habe einen Twitter-Account angelegt, der allen Hamelner Piraten folgt. Wer eine Idee hat (was hin und wieder vorkommt), schickt diese per Direct Message an den Sammelaccount. Die Piraten ohne Smartphone können das per SMS erledigen.
Ein Script holt regelmäßig diese DMs ab und schreibt diese in ein internes DokuWiki, was sich vor allem deshalb ganz gut dafür eignet, weil es ohne Datenbank auskommt und somit kein Problem damit hat, wenn das Script den ganzen Kram direkt in eine Textdatei schreibt. Mit Datenbankanbindung ginge das aber natürlich auch.
Donnerstags gehen wir dann einfach die Direct Messages der Reihe nach durch, kopieren diese ins Protokoll, und fertig ist das permanente Brainstorming.
Zum Schluß schickt einer der Anwesenden eine Direct Message an den Account, die aus nichts weiter als einer Trennlinie besteht: “—————————————–“
Und schon beginnt eine neue Woche, ohne daß die ganzen guten Einfälle, die man unterwegs hat, verloren gehen.
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