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Mail an Mirco da Silva aka @inkorrupt

Vorgeschichte: Ich habe gestern Abend eine Mail an Mirco da Silva (@inkorrupt) geschrieben, als Reaktion darauf, daß er fortwährend versucht, einen Teil des Hamelner Piratenstammtisches, darunter auch mich, in die rechte Ecke zu stellen. Inhaltlich geht es um eine Umfrage, die von einem unserer Piraten gestartet wurde, um nachzuweisen, daß das öffentliche Bild, das die taz und die Emma von der Piratenpartei zu zeichnen versuchen, nicht korrekt ist.

Leider ist die Umfrage derzeit nicht online, sobald dies der Fall ist, wird sie an dieser Stelle ebenfalls verlinkt.

Meine Mail an Mirco war ein Angebot, die durchaus berechtigte Kritik an einigen Fragestellungen innerhalb der Umfrage sachlich zu diskutieren, obwohl es mir, ehrlich gesagt, schwerfällt, aus all den Beleidigungen, die @inkorrupt für uns übrig hat, sachliche Kritik herauszufiltern.

Dieses Angebot wurde nun leider erneut in unverändertem Umgangston ausgeschlagen, so daß ich mich entgegen meiner Gewohnheiten dazu entschieden habe, an dieser Stelle meine Mail zu veröffentlichen, damit sich jeder selbst ein Bild machen kann.

Betreff: Umgangston

Hallo Mirco,

ich versuche jetzt seit heute Nachmittag, herauszufinden, was Du für ein Problem mit meiner Person hast, und es will mir nicht gelingen.

Vielleicht hilft es ein wenig, wenn ich Dir ganz kurz schildere, wie sich die Situation für mich darstellt:

Knut Linke und ich sind beide Piraten am Hamelner Stammtisch, er würde sich selbst wohl als liberal/konservativ bezeichnen, ich mich als linksliberal. Ich habe in der Vergangenheit ganz deutlich Stellung gegenüber Aaron und seinen islamfeindlichen Blogbeiträgen bezogen, was ich leicht nachweisen kann (http://www.spitblog.de/?s=aaron). Ich weiß nicht, wie alt Du bist, aber ich bin bereits 1992 in Berlin gegen Ausländerfeindlichkeit auf die Straße gegangen.

Knut hat nun eine Umfrage erstellt und mich in dem Zusammenhang darum gebeten, Tippfehler und andere Auffälligkeiten zu korrigieren. Das ist bislang noch nicht erfolgt und sollte eigentlich heute Abend passieren, weshalb ich nicht sonderlich glücklich darüber war, bereits namentlich dort genannt zu werden, zumal ich von der bereits stattgefundenen Veröffentlichung nichts gewußt habe. Ich hatte nur den Einleitungstext gelesen, mich bereits über die eine oder andere Formulierung gewundert und die Korrekturaktion auf heute Abend verschoben.

Dann kam Dein Tweet, in dem du mich / uns als Rechtspopulisten beschimpft hast, im nachfolgenden dann die "FU @knutlinke @larsreineke @haggybear #aalron #army"-Nummer, die ich als äußerst verletzend empfunden habe.

Und zu diesem Zeitpunkt kannte ich die Fragen noch nicht einmal.

Wie ich später erfuhr, hattest Du zu keinem Zeitpunkt versucht, Knut Linke oder irgendjemanden von uns einfach erstmal anzuschreiben, was es mit diesen Fragen auf sich hat. Dann hätte ich Dir nämlich sagen können, daß ich diese – so gestellt – ebenfalls nicht für sonderlich gelungen halte. Das hätte ich zwar inhaltlich möglicherweise nicht in epischer Breite begründen können, aber allein die Aufdrängung der Aaron-Themen hätte mir nicht gepaßt.

Es sieht aus meiner Sicht bislang so aus, daß Du einer völlig haltlosen Unterstellung auf äußerst unangemessene Weise Luft gemacht hast, aus welchen persönlichen Erwägungen auch immer, diese dann mit aller Gewalt verteidigst, um schließlich dann eine Diskussion über die Sache einzufordern. Daß Du damit bei den Beteiligten nicht gerade ein brennendes Verlangen nach Beschäftigung mit Deiner Kritik auslöst, sollte hoffentlich verständlich sein.

Ich habe versucht, Dialogbereitschaft zu zeigen, indem ich Dir gesagt habe, daß ich zwar inhaltlich bislang keinen Einfluß auf die Umfrage habe, mich jedoch bei angemessenem Umgangston durchaus an einer Diskussion beteiligen würde.

Als Reaktion darauf blockst du mich bei Twitter.

Ich habe durchaus Verständnis für Dein Mißtrauen gegenüber allem, was auch nur den Anschein hat, aus der neofaschistischen Ecke zu kommen. Wenn Du allerdings weiterhin darauf bestehst, alles rechts von Deiner Position mit Haßtiraden und Beleidigungen zu überziehen, glaube ich nicht, daß Du damit sehr viel erreichen wirst.

Ich kann Dir nur sagen, daß ich mich von niemandem in die rechte Ecke stellen oder beleidigen lasse.

Wenn Du darauf verzichten könntest, bin ich gerne bereit, dabei mitzuwirken, daß die Umfrage ihr Ziel erreicht, nämlich hoffentlich nachzuweisen, daß die Piratenpartei keineswegs aus einem Haufen egalitärer Nerds besteht, die unter dem Mantel der Meinungsfreiheit auch Nazis gewähren läßt.

Grüße
Lars

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