Seit meinem gestrigen Artikel hat sich einiges getan: Viele Argumente wurden, erst sehr aufgeregt, dann zum großen Teil sachlich ausgetauscht, der Bundesvorstand hat deutlich Stellung bezogen, und dann sind weitere Äußerungen Thiesens aus dem Jahre 2003 zu Tage getreten, die mich mein zunächst von ihm skizziertes Bild revidieren lassen.
Hielt ich ihn gestern noch für einen grenzdebilen Spinner, der irgendwelche Verschwörungstheorien gelesen hat, so läßt sich nun kaum noch übersehen, daß es sich bei ihm um eine Person handelt, die völlig inakzeptabel für jegliche demokratische Partei ist.
Ich bin daher der festen Überzeugung, daß man ihn aus der Piratenpartei rauswerfen sollte, da jegliche Distanzierung seinerseits von diesen Aussagen 6 Jahre zu spät käme und kaum glaubwürdig wäre.
Aber.™
Wie der neu gewählte Bundesvorsitzende Jens Seipenbusch bereits in einem Interview erwähnt hat: So einfach ist das nicht.
Ein Parteiausschluss ist ein gesetzlich geregeltes Verfahren, und – so sehr ich dessen Ansichten verachte – auch ein Bodo Thiesen muß eines Rechtsstaates würdig und fair behandelt werden. Man kann ein Parteimitglied nicht einfach vor die Tür setzen, wenn der Vorstand es nicht mehr dabeihaben möchte, auch in einer Partei gilt die Gewaltenteilung.
Und dabei sollte tunlichst besonnen und ohne Aufregung vorgegangen werden. Dabei ist auch zu berücksichtigen, wann er welche Aussagen getroffen hat und wann er dafür bereits verwarnt wurde.
Zudem kann ich den Parteimitgliedern und -unterstützern nur raten: Laßt euch nicht von Leuten provozieren, die sich nichts sehnlicher als einen Fehltritt der Piratenpartei wünschen.
Ich halte das bisherige Vorgehen des Parteivorstandes für äußerst angemessen. Ohne sich unter Druck setzen zu lassen, hat dieser seine Entscheidungen bislang offen und klar kommuniziert und meines Erachtens die erforderlichen Schritte unternommen, um dieses Thema endgültig abzuschließen. Ich hoffe, man bleibt auf diesem Kurs.
Mir persönlich allerdings wäre am liebsten, Thiesen ginge freiwillig. Das wäre das mindeste, was er für die Piratenpartei noch tun könnte.






Ahoi!
Die Aufregung kann ich so garnicht verstehen. Es geht ja alles seinen Gang und dass eine neue Partei (übrigens nicht nur diese …) Verrückte anzieht ist doch ganz normal.
Die müssen dann halt nach und nach entfernt werden, was ein langsamer und schmerzvoller Prozeß ist.
Langsam und schmerzvoll – aber notwendig.
Interessant ist, dass ich in einem Blogeintrag zum Thema (es war einer der hysterischen), bzw. in einem Kommentar dazu die Meinung las, dass es der PP sehr schlecht zu Gesicht stünde, wenn es zum Teil ja sogar bis zu 24 Stunden dauere, bis der Vorstand sich zu solchen Themen äußern würde! Die PP wolle doch transparent usw. sein.
Ich glaube, netzaffin und transparent hat nicht zwingend etwas mit just-in-time zu tun. Ich erinnere da lieber an die alten Netiquette-FAQs aus dem Usenet.
Da wurde einem empfohlen, vor Absetzen eines Postings doch lieber noch mal eine Nacht zu schlafen.
Eigentlich gilt das heute ja immer noch.
Egal, wie man es dreht und Wendet: Vieles ist zur Person Thiesen gesagt und geschrieben worden. Dem Image der Piratenpartei hat Herr Thiesen definitiv geschadet.
Bestimmte Aussagen von Herrn Thiesen waren sehr grenzwertig. Da helfen Dementies im Nachinein auch nichts mehr. Die Glaubwürdigkeit ist futsch.
Den Grünen nimmt auch keiner mehr die Friedenspartei ab.
Ich glaub`ihm kein Wort.
[...] Hysterikern, die sofort nach Rausschmiß brüllen, sei jedoch wieder einmal [...]