Der Weg vom Haubtbahnhof Hannover zur CeBIT war beschwerlich wie jedes Jahr:
In einer randvollen Straßenbahn zu stehen, ist ja schon schlimm genug, aber leider schaltet die ÜSTRA zusätzlich auch noch Durchsagen, in denen man aufgefordert wird, doch bitte weiter ins Wageninnere durchzugehen. Doch wie soll man dieser Aufforderung folgen, wenn man nicht mal genügend Platz hat, um zwischendurch das Standbein zu wechseln? Schön jedoch, daß die Durchsage anschließend noch in perfektem Gay-Englisch wiederholt wurde, damit auch die Besucher aus dem Ausland an diesem Vergnügen teilhaben konnten.
So quälten wir uns von einer Haltestelle zur nächsten, nur um an diesen in enttäuschte Gesichter zu blicken. Die dazugehörigen Fahrgastanwärter hatten erwartungsvoll auf den Knopf zum Türöffnen gedrückt, die Türen gaben jedoch keine Zustiegsmöglichkeit sondern lediglich Rücken und Hüften preis, bzw. was eben aus Bürgersteighöhe zu sehen ist von ca. 2500 genervten Menschen, die sich eine Straßenbahn teilen.
Endgültig eskalierte die Situation jedoch, als der Straßenbahnfahrer folgende Durchsage verkündete:
"Sehr geehrte Fahrgäste! Bitte gehen Sie doch von den Türen weg, damit wir hier mal weiterkommen. Ich muß ja nicht zur CeBIT."
Die Reaktionen darauf waren dann auch weitestgehend vulgär und somit durchaus angemessen.
Ich merkte noch an, daß ja schließlich Samstag sei, ich ebenfalls nicht unbedingt zur CeBIT müsse und wir dann doch bei dem schönen Wetter genausogut alle zusammen zum Steinhuder Meer fahren könnten.
Diesem Vorschlag wurde aber leider weder von den Mitreisenden noch vom Fahrer auch nur die geringste Beachtung geschenkt.
Schade eigentlich, die CeBIT war nämlich im Großen und Ganzen eher langweilig.






Komisch, in der genau der selben Situation war ich auch…:D Bei uns hat sogar der S-Bahn-Fahrer herumgeflucht, nicht nur die Leute.
Dass die CeBIT langweilig war, höre ich irgendwie von allen Leute, die dort waren. Mich hat's auch nicht vom Hocker gerissen.
So ist es in der Linie 61 in Dresden auf dem Weg zur Uni jeden Tag, obwohl die Busse im Sekundentakt fahren.
Wenn ich auf solche Straßenbahnfahrer treffe zitiere ich immer wieder gern Sotirios Kirgiakos von Frankfurt:
"Fuck you and stand up!"
Mit dem Spruch kommt man glaube ich gut durch geschätzt 95 % aller Situationen im Leben…