Es gibt in meinem Freundeskreis Redensarten, die zwar einerseits selbsterklärend sind, andererseits jedoch bei demjenigen, der sie zum ersten Mal hört, den Wunsch nach weiterer Erläuterung wecken.
Erfolgt beispielsweise angesichts eines unappetitlichen Mittagessens der Ausruf: "Das sieht aus wie Jolanda von hinten!", so weiß zwar jeder Anwesende, was gemeint ist, dennoch wird der eine oder andere sich fragen: "Wer ist diese Jolanda, und wie mag sie wohl erst von vorne aussehen?"
Um diese Fragen zu beantworten, bedarf es ein wenig Hintergrundwissens:
Der Vater eines Freundes war Chirurg, ein recht beliebter noch dazu und mittlerweile im verdienten Ruhestand. Er hatte schätzungsweise bereits mindestens die Hälfte der Stadtbevölkerung unter dem Messer.
Eines Abends wollte er – noch in seiner aktiven Zeit – mit seiner Familie essen gehen, und es ergab sich, daß das gewählte Restaurant zufälligerweise einem Italiener gehörte, den er kurz zuvor operiert hatte, offenbar erfolgreich.
"Dottore!" rief der begeisterte Wirt. "Isse große Freude, komme und setze!", fügte er noch hinzu und geleitete die Familie zu "die beste Tische von die Ristorante".
Die Speisekarten wurden gereicht, und alle wählten schonmal aus, was sie trinken wollten.
Kurze Zeit später kam der Wirt mit den Getränken zurück: "Dottore, ich hoffe, Ihne gehte gut, Sie habe so gut geholfe, sehe Sie, bin ich schon wieder gesund!"
"Ach, nicht der Rede wert, der Eingriff war ja nichts Außergewöhnliches. Aber schön zu sehen, daß Sie so schnell wieder auf den Beinen sind."
"Nix, nix, Sie habe gut gemacht, habe viele Dank. Aber Sie musse nochmal helfe, ich hoffe, ich darf frage."
"Sicher, worum geht es denn?"
"Jolanda, isse sehr krank, warte Sie, ich hole!", rief er und ging ohne Umschweife nach hinten durch die Küche.
Nun konnte sich der Doktor zwar durchaus etwas besseres vorstellen, als ein Abendessen, das sich zu einem Hausbesuch entwickelt, aber was sollte er machen, ablehnen konnte er nun auch nicht mehr.
Da kam der Wirt auch schon zurück.
Und er hatte Jolanda dabei.
Jolanda war eine alternde, sabbernde Boxerhündin, die sich nur widerwillig durch das Lokal zerren ließ.
Beide erreichten sie schließlich ihr Ziel, wo bereits im Kreise seiner Familie ein Chirurg mit komplett entgleisten Gesichtszügen darauf wartete, was da auf ihn zukam.
"Hier, Dottore, musse gucke", hieß es noch, da wuchtete der Wirt auch schon das arme Vieh auf den Restauranttisch, drehte es mit dem Hinterteil zum Doktor und präsentierte ihm:
Eine blutende Hundemöse.
"Uh! Args! Ja, äh… oh Gott, damit sollten Sie, also der Hund, puh, also das sollte sich wirklich mal ein Tierarzt ansehen."
"Danke, Dottore, habe ich gewußt, daß Sie helfe, gehe ich morgen zu Arzt fur Hunde", freute sich der Wirt, hob Jolanda wieder auf den Boden, nahm seinen Notizblock aus der Tasche und fragte:
"Was wolle esse?"






LOL! Sehr coole Geschichte, dankesehr. Jetzt habe ich Hunger. Spaghetti Bolognese. Mmmmmm… ;-)
Hehehe! Solche Redewendungen dürfen mitsamt der Geschichte dazu gerne zum allgemeinen Volksgut gedeihen. Ich werde meinen Beitrag dazu jedenfalls leisten ;-)
Das ist so eine Art von Geschichte, die ich bitte bitte nie wieder lesen will…
Nächstes mal bitte ich vorher(!) um einen Warnhinweis für Frauen und Menschen mit weniger starkem Magen.
Danke.
Kittyluka, was soll denn erst der arme Arzt sagen? :-)
[...] Jolanda von hinten Wunderbare Geschichte von Lars über einen Doktor in einem italienischen Restaurant und einen Boxer. Der Hund, nicht der Sport-Schläger: „Jolanda war eine alternde, sabbernde Boxerhündin, die sich nur widerwillig durch das Lokal zerren ließ. Beide erreichten sie schließlich ihr Ziel, wo bereits im Kreise seiner Familie ein Chirurg mit komplett entgleisten Gesichtszügen darauf wartete, was da auf ihn zukam. 'Hier, Dottore, musse gucke', hieß es noch, da wuchtete der Wirt auch schon das arme Vieh auf den Restauranttisch…“ [...]
Oh my fucking god.
Ich muss mich ganz schön zusammenreißen, damit ich nicht den ganzen Betrieb beschalle ;)