Kate Moss wird Schaufensterpuppe

Kate Moss (Symbolfoto)
(Foto: JanneM)
Sehr, sehr cool: In Israel und den Palästinensergebieten soll nach über 10 Jahren Pause wieder die Sesamstraße gesendet werden. Dabei soll die "Erziehung zu Toleranz und Respekt" im Vordergrund stehen, berichtet Spiegel Online. Ein arabischer Charakter soll nun ebenfalls hinzukommen: Eine Puppe namens Mahboub.
Und weil ich das für eine großartige Idee halte, starte ich jetzt einfach mal ein Sesamstraßen-Stöckchen.
Welchen Charakter aus der Sesamstraße fandest Du am coolsten?
Ganz klar: Schlemihl. Ich kann den ganzen Dialog auswendig, wie er Ernie "für nur einen Groschen" eine 9 verkaufen will. ("Dann weißt Du genau, daß Dein Freund neunmalklug ist.")
Und Professor Hastig. ("Junger Mann, Sie haben gar keine Ohren." "Richtig, ich bin ein Frosch, und Frösche haben keine Ohren.")
Wen konntest Du nicht leiden?
Grundsätzlich fand ich, bis auf Ute Willing, alle deutschen Charaktere nicht so besonders. Vor allem diese kleine arrogante Drecksau namens "Herr von Bödefeld". Aber Samson fand ich irgendwie auch doof, immer dieses vorhersehbare "Uiuiui", da waren die Originalfiguren wie "Der große Mumpitz" oder "Susanne Klickerklacker" wesentlich durchdachter.
Kannst Du ein Lied aus der Sesamstraße auswendig? Welches?
Manamana. Und die erste Strophe von "Hätt' ich Dich heut' erwartet".
Ansonsten habe ich zum Üben immer noch die CD "Die schönsten Lieder mit Ernie und Bert und ihren Freunden".
Was hat Dir die Sesamstraße beigebracht?
Lesen. Ich konnte dank der Sesamstraße noch vor meiner Einschulung Kinderbücher lesen. Was ich auch ausgiebig tat.
Und, daß Frösche keine Ohren haben.
Wann hast Du zum letzten Mal Sesamstraße gesehen?
Das war vor ca. 5 Jahren, beim Durchzappen lief die Sesamstraße gerade auf dem türkischen Sender TRT und der Buchstabe "Y" wurde vorgestellt. Da war die Hölle los, kein Witz.
Wer soll das Stöckchen bekommen?
René, Kirsten, Creezy, Martin und Jens
Update: Und weil Nemox so gebettelt hat, kriegt er es auch.
Im U-Bahnhof "Kellinghusenstraße" in Hamburg steht dieser Paßbildautomat:

Ok, das Ding ist echt ekelig, und ich habe nicht die geringste Ahnung, was das für eine rosafarbene Masse ist, die da am Spiegel klebt. Könnte von Heringssalat bis Kirschjoghurt wirklich alles sein, und weiter möchte ich darüber gar nicht nachdenken.
Richtig gruselig jedoch ist die Sprachausgabe des Gerätes.
Eine weibliche Automatenstimme sagt nämlich alle 10 Sekunden:
"WERFEN SIE GELD EIN. DIESER APPARAT GIBT WECHSELGELD."
Immer und immer wieder. Hier eine Aufnahme davon:
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Irgendwann ertappt man sich dabei, sich mit dem Gerät unterhalten zu wollen:
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(nachgestellt)
Wenn man es eine Weile gehört hat, erinnert es einen so ein Bißchen an die Durchsagen aus 1984. "Krieg bedeutet Frieden, Freiheit ist Sklaverei und Unwissenheit ist Stärke."
Wenn Ihr irgendwann in Hamburg mal einen Obdachlosen trefft, der die ganze Zeit "werfen sie geld ein…dieser apparat gibt wechselgeld…" murmelt, dann wißt Ihr, wo er übernachtet hat.
Ich will von Euch verlogenem Pack nie wieder auch nur ein Wort über geringe Wahlbeteiligung hören.
Für die Freiheit, die Ihr in Grund und Boden regiert, sind Menschen gestorben.
Na, das ist ja mal das passende Stöckchen für mich. Danke René!
Was war Deine erste „echte“ PC-Hardware?
Das formuliere ich einfach mal auf "erste Hardware überhaupt" um. Ich hatte nämlich – bezeichnenderweise im Jahre 1984, da war ich zehn – einen Atari 600 XL, weil ein IBM-kompatibler PC (ja, das war damals die Bezeichnung für einen Standard-PC) um die 10.000 DM gekostet hatte.
So sah der Atari aus:

Mit 16kB Arbeitsspeicher. Das Bild hier ist exakt 16kB groß. Es wäre – wenn es damals schon JPEG gegeben hätte – also möglich gewesen, in diesen Computer genau 1 Foto zu laden, das diesen Computer abbildet. Bearbeiten hätte man es aber nicht mehr können, weil in die 16kB Speicher auch noch das Betriebssystem geladen werden mußte.
Mit diesem Computer habe ich angefangen, die Programmiersprache BASIC zu lernen, noch bevor ich überhaupt einen besaß. Im Kaufhaus standen die nämlich ausgestellt, und so drückten wir uns nachmittags immer in der Computerabteilung von Hertie herum und tippten
10 PRINT "INGA IST DOOF ";
20 GOTO 10
in die Tastaturen. Dann bewunderten wir unseren Geniestreich und gingen weiter in die Fußgängerzone, herumlungern.

Als ich dann endlich meinen eigenen Atari 600 XL hatte, lernte ich dann richtig Programmieren. Dazu tippte ich aus einem Buch von "Markt&Technik" die Listings ab und veränderte sie, um herauszufinden, wie sie funktionierten.
Weil ich aber – mangels einer damals sauteuren "Datasette" keine Möglichkeit zum Speichern der Programme hatte, machte ich abends den Computer aus, um das Programm am nächsten Tag neu abzutippen. (Computer über Nacht eingeschaltet lassen? Das hättet Ihr ja mal versuchen können, meiner Mutter zu erklären.)
Irgendwann bekam ich dann meinen obligatorischen C64, aber das war für mich mehr eine Spielekonsole.
Den ersten PC bekam ich direkt nach meinem Schulpraktikum, das ich in einem örtlichen Computerladen absolviert hatte. Das war kurz nach dem Golfkrieg 1991, ein Commodore PC 20 III. Damit habe ich dann DOS-Befehle gelernt. Mit MS-DOS 4.01. Der hatte sogar schon eine Festplatte. Mit 20 MB.
Deine erste Anwendung, welche Du benutzt hast?
Wenn man das abgetippte Biorhythmus-Programm nicht mitzählt, müßte es die Textverarbeitung Vizawrite auf dem C64 gewesen sein.
Dein erstes Spiel?
Auf dem Atari 600 XL: "Ritter Eric" bzw. hieß es im Original "Orc Attack". Ein entsetzlich stupides Spiel, bei dem man von oben Steine auf grüngekleidete Männchen werfen mußte, die die eigene Burg belagerten.
Hattest Du von Anfang an Spaß an der Materie?
Wenn das jetzt noch nicht deutlich geworden ist, weiß ich's auch nicht. JA! Und wie!
Ich wußte im Prinzip schon als Zehnjähriger bei Hertie in der Computerabteilung, daß das genau meine Welt ist und ich das später mal beruflich machen würde.
Seit wann bist Du online, und mit welchem Anbieter?
Seit 1992 ungefähr. Der Anbieter war im Grunde genommen die "Deutsche Bundespost". Im sogenannten FidoNet mit einem damals nicht zugelassenen 2400bps-Modem, mit dem man eine privat im Nachbarort betriebene Mailbox anwählte. Was natürlich mangels Postzulassung streng verboten war.
Es hieß immer, die Post würde die Telefonleitungen durchmessen, und dann würden die erkennen, wenn ein nicht zugelassenes Modem an der Leitung hängt. Und wenn das Telefon irgendwann nur einmal kurz geklingelt hat, dann war man dran.
Hieß es.
Dann wurde das irgendwann alles nicht mehr so eng gesehen, und zwischendurch gab's noch "Bildschirmtext" (oder kurz BTX), das war ungefähr wie interaktiver Videotext, mit ähnlich bestechender Grafik.
Internetzugang habe ich ca. seit 1995 oder so. Ich muß wohl einer der ersten T-Online-Kunden gewesen sein. Bin ich übrigens – mit kurzen Unterbrechungen – heute noch.
Ist ja dann doch noch ganz schön lang geworden, das Stöckchen.
Wer es als nächstes kriegt?
Hmmm, mal nachdenken:
Was nützen einem eigentlich die ganzen Pflichtangaben in EMails zu Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens, wenn sich das ohnehin stündlich ständig ändert?