In Berlin säuft sich ein 16-jähriger mit rund 50 Gläsern Tequila ins Koma.
Kurze Zeit später fordern bundesdeutsche Politiker: "Alkoholverbot für Jugendliche".
Dabei handelt es sich um reine Augenwischerei. Um das zu verstehen, genügt ein Blick ins Jugendschutzgesetz:
§ 9 Alkoholische Getränke
In Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit dürfen
1. Branntwein, branntweinhaltige Getränke oder Lebensmittel, die Branntwein in nicht nur geringfügiger Menge enthalten, an Kinder und Jugendliche,
2. andere alkoholische Getränke an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren weder abgegeben noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden.
Diesem Milchbart hätte also nicht mal ein einziges Glas verkauft werden dürfen. Gar keins. Nicht – mal – ein – einziges.
Weder verkauft, noch abgegeben. Selbst, wenn jemand es gesehen hat, daß er Tequila trinkt, hätte man es ihm auf der Stelle untersagen müssen.
Das steht jetzt bereits in jeder Gaststätte irgendwo an der Wand, für jeden nachzulesen.
Hätte er hingegen versucht, 50 Gläser Bier zu trinken, wäre das völlig legitim gewesen.
Aus gutem Grund: Das hätte er nämlich nicht geschafft, ohne ins große, weiße Telefon sprechen zu müssen. Daher wäre er auch nicht ins Koma gefallen.
Was wollen die Politiker, die jetzt ein Alkoholverbot für Jugendliche fordern, also erreichen?
Etwas verbieten, das längst verboten ist? (Vom Sinn und den Auswirkungen eines Verbotes einmal abgesehen.)
Oder sind das so etwas wie versicherungstechnische Gründe?
In der Art wie die Schilder "Vorsicht, frisch gebohnert" in Treppenhäusern, die seit Jahrzehnten nicht mehr gebohnert wurden, nur um etwaige Schadenersatzansprüche zu vermeiden, falls doch mal jemand ausgerutscht ist?
Ich hätte eine Alternative:
Ich fordere die sofortige Wiedereinführung der Prügelstrafe, wenn ein Kind oder Jugendlicher sich öffentlich äußert, Politiker werden zu wollen.
Vielleicht hilft das ja mal.






Das hilft nix. Weil die Knallchargen, die sich "politisch" öffentlicher Äußerungen nicht entblöden, mindestens auf 30 Jahre hinaus nicht aus der Riege der derzeit jugendlichen rekrutiert werden.
Aber eine Prügelstrafe für aktive Politiker/innen bei derart offensichtlichem Dummsinn, das wär' schon was.
[...] fordert die prügelstrafe für kinder und mortimer hat ein geniales skript entwickelt: da schreiben [...]
"Was wollen die Politiker, die jetzt ein Alkoholverbot für Jugendliche fordern, also erreichen?"
In die Medien. Ganz einfach.
einfach wieder dummer Aktionismus, genauso wie beim Umweltschutz…
Ich verstehe den Zusammenhang mit der Prügelstrafe nicht, aber ansonsten zeigt der Artikel mal wieder sehr schön wie in Deutschland Politik gemacht wird.
Es geht immer nur um Aufmerksamkeit und neue Gesetze. Die Einhaltung bestehender Gesetze ist den Politikern selber nicht so wichtig – so fern die Öffentlichkeit von ihren "Fehltritten" nichts erfährt.
Aber vielleicht ist auch die zunehmende Entfremdung und das Desinteresse der Menschen an einander schuld, dass niemand eingreift oder wenigstens Hilfe ruft. Realistischerweise sind aber auch meine Tage vorbei, in denen ich mich mit einer Horde besoffener Teenagern schlagen wollte.
Nebenbei ist der junge Mann mit 16 Jahren auch schon wahlberechtigt – ganz unverantwortlich, unschuldig oder unmündig ist er also nicht.
"Nebenbei ist der junge Mann mit 16 Jahren auch schon wahlberechtigt – ganz unverantwortlich, unschuldig oder unmündig ist er also nicht."
In der Theorie: Ja!
In der Praxis: Leider nein…
Das Problem sind da meiner Meinung nach auch nicht die 16-20jährigen, von denen ich in Sachen Selbstbestimmung und Meinungsbildung sowieso ungefähr gar nichts erwarte, sondern die jenigen die es eigentlich besser wissen sollten.
Abgesehen davon, muss ich dem Lars (leider ;) ) mal wieder Recht geben, dieser blinde Aktionismus, bringt uns keinesfalls weiter. :-/ Dumm nur, dass es genug Leute gibt, die das, was da alles so in den Zeitungen steht, glauben und sich mit besagtem Aktionismus soweit besänftigen lassen, dass sie ihre Bürgerpflicht als erfüllt betrachten.
Das gehört halt alles zum "großen Masterplan" der Volksverdummung… ;)
MfG
Daniel
Das ist doch alles Blödsinn. Wenn Politiker den Alkohol verbieten, dann besorgen sich die Jugendlichen den Alkohol eben heimlich. Wir durften früher ja auch nicht öffentlich harte Sachen kaufen, gehabt haben wir das Zeug aber trotzdem. Einer war eben immer schon 18.
Dann lieber in Aufklärung investieren. Wär sinnvoller.
Herzlichst, der
Sudoku-Blogger.