Ziemlich mittig zwischen Hannover und Osnabrück liegt eine Stadt, die nur einem Zweck dient: Sie ist ein Mahnmal dafür, was passieren wird, wenn die ganzen radfahrenden Chinesen sich irgendwann für den Kauf eines Autos entscheiden.
Diese Stadt wird so ungern erwähnt, daß sie sich extra einen absurden Namen gegeben hat: Bad Oeynhausen. Das spricht man übrigens "Öhnhausen." Warum, weiß keiner so genau.
Nicht, daß man mich falsch versteht, gegen die Einwohner Bad Oeynhausens habe ich persönlich nichts. Die sind möglicherweise sogar sehr nett, schwer zu sagen, auf den Straßen sieht man jedenfalls nie welche.
Die Stadtplaner allerdings gehören eingewiesen.
Bad Oeynhausen verbindet nämlich die A2 mit der A30, und so fahren alle, die von Berlin nach Amsterdam wollen, durch Bad Oeynhausen durch. Alle. Durch.
Wehe, man muß dahin. Oder noch schlimmer: Durch.
Dann zeigt dieser Ort seine fiese Fratze: Bad Oeynhausen läßt sich nämlich maximal im 2. Gang durchfahren und dann auch nur mit schleifender Kupplung. Ein Paradies für Fahrschullehrer und Getriebehersteller.
Am Sonntag mußte ich nach Bad Oeynhausen, weil ich meinen Kumpel besuchen wollte, der dort zur Zeit im Krankenhaus liegt.
Ich habe für die 45 Kilometer von Hameln zum Ortseingang etwa genausolange gebraucht, wie für die 2 Kilometer Fahrt durch Bad Oeynhausen.
Das wäre halb so schlimm, wenn der Ort einigermaßen attraktiv wäre. Ist er aber nicht.
Die Stadt sieht aus wie ein einziges Gewerbegebiet, ein Autohaus reiht sich an das nächste, dazwischen eine Videothek oder auch mal ein schmuckloses Gebäude, das mit "ANTIK AHUS ANTIGUITÄTEN" beschriftet ist. Das dann aber auch in meterhohen Buchstaben, da scheint jemand mit seiner Legasthenie sehr offen umzugehen.
So fährt man also mit maximal 10 km/h auf der vierspurigen Hauptstraße und wird dabei auf dem Bürgersteig von Senioren mit Gehhilfe überholt.
Wer jetzt noch nicht komplett durchgedreht ist, dem fliegt spätestens dann der Draht aus der Mütze, wenn er diesen Ort zur Hälfte durchquert hat: Dann nämlich fährt man an einem Blitzkasten vorbei. In Schrittgeschwindigkeit.
Ich glaube, das ist der einzige Blitzkasten Deutschlands, der noch nie ein Foto aufgenommen hat, und wenn, dann wird es wahrscheinlich sofort weggeschmissen, weil kein Polizist dieser Welt glauben würde, daß es jemand geschafft hat, in Bad Oeynhausen über 50 km/h zu fahren.
Warum sich diese Stadt "Bad" nennen darf, ich weiß es nicht. Aber ich vermute, es hat irgendwas mit sexuellen Gefälligkeiten zu tun.






Ich komme aus der Gegend (aus Minden). Der Verkehr dort ist schlimm. und der Teil von Bad Oeynhausen durch den man da durchfährt ist hässlich. Aber Bad Oeynhausen hat auch schöne Sraßen mit schönen Wohnhäusern. Aber der Anblick ist den Leuten vorbehalten, die dort wohnen, denn alle von außerhalb verzweifeln schon auf dem Weg dorthin.
Ich kenn da nur den Sportplatz. Der ist aber ganz schön. :-)
[...] Ochtrup-Stadtmitte. und mir schien, als solle man die Stadtplaner von Ochtrup gleich neben den Stadtplanern von Bad Oeynhausen einweisen. Kugelrunde Straßenlampen, in braun gefasst, säumen die Innenstadt – ein [...]
[...] wer darf ihn da hinfahren und extra dafür einen Tag freinehmen? Ich. Und was ich vom Autofahren in Bad Oeynhausen halte, habe ich ja schonmal [...]
Seit mehr als 30 Jahren wird in Bad Oeynhausen eine Nordumgehung geplant. Vor 5 Jahren hieß es mal, das würde bald was. Also nur noch ein paar Jahrzehnte…
Bad Oeynhausen ist eine wunderschöne Stadt, mit vielen Parks und z.B. dem ehemaligen Landesgartenschaugelände "Aqua Magica". Und wohl Deutschlands bestem Herzzentrum, daher das "Bad". Nur der Zubringer zur A30 geht eben durchs Gewerbegebiet. Ich fahre seit mehr als 10 Jahren mindestens drei mal die Woche dort durch und muß sagen: Es hat sich was getan. Jedes Autohaus hat sich einen neuen Glaskasten gebaut, das Bordell ist weg, auch das häßlichste Hotel der Welt, viele Wohnblocks wurden abgerissen. Bad Oeynhausen wurde also von Wrack zu Plastik. Wer ein Wrack sehen will, muß sich mal meine Heimatstadt Löhne ansehen…
Meine Vorredner haben es ja schon geschrieben: es gibt in Oeynhausen tatsächlich sehr schöne Ecken. Viele sogar. Leider ist die Mindener Straße der Schandfleck der Stadt und ausgerechnet der wird am meisten wahrgenommen.
Ach, und der Blitzer hat reichlich zu tun. Leider.
wollt mal kurz dazwischen quatschen…. Wer den Weg über die Mindener Straße als "durch die Stadt" bezeichnet, kann entwender keinen Stadtplan lesen oder weiß nicht wovon er redet. B.O. ist geringfügig größer als der Teil zwischen A30 und A2. Wie gesagt der Stadtplan liefert einige Wege an der Mindener Str. vorbei… es sei den man möchte von Autobahn zu Autobahn.
Der Vollständigkeitshalber……Das Herzzentrum ist zwar ein besonderer Punkt in B.O, hat mit dem "Bad" aber nichts zu tun. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Jordansprudel (eine der größten kohlensäurehaltigen Thermalsolequellen der Welt) der Name wurde der Stadt von König Friedrich Wilhelm IV gegeben.(Wikipedia hilft weiter) Also vorm schreiben lieber mal informieren oder halt über Vlotho fahren
Bad Oeynhausen ist abseits der Mindener Straße (das Stück zwischen A2 und A30) schon sehr schön. Nur bemerkt man das halt nicht, wenn man gerade dort im Stau steht.
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, daß sich fast alle Autohäuser an dieser einen Straße mit Prachtbauten angesiedelt haben, Probefahrten sind kaum möglich…
Der Radarblitzer holt übrigens nachts seine Kosten rein. Nachts hat man auf dem Dorfe eben freie Fahrt.
Da zwischendurch von meinen Vorrednern die Nordumgehung angesprochen wurde, nun scheint es ja endlich los zu gehen…
… hat ja auch lange genug gedauert. 2014 wird es dann besser *freu*. (DAnn braucht man aus Löhne nicht mehr ne halbe STudne für die 5 km zum Werrepark)