Ich mag sowas ja. Irgendwohin fahren und Leute treffen, die man nur aus dem Internet kennt.
So ging es am Freitag nach Hamburg, Kirsten besuchen. Mein Hotelzimmer hatte ich bereits reserviert und nach einem kurzen Abstecher in sämtliche (glaube ich) Second-Hand-Läden Hamburgs war das Hotel direkt auf dem Kiez auch gleich meine erste Station nach der Ankunft.
Dort am Schalter arbeitete Popeye. Also, nicht wirklich Popeye, aber so ähnlich. Eher ein Popeye, der sich, nachdem ihn seine Olivia verlassen hat, dem Alkohol zugewandt und sich diverse schlechte Tattoos auf den Unterarmen sowie einen Fips-Asmussen-Humor zugelegt hat.
Eine Kostprobe? Bitte schön:
Ich: "N'Abend, ich habe reserviert."
Popeye: "Name?"
Ich: "Reineke"
Popeye: "Fuchs, du hast die Gans gestohlen…"
Ich: "Genau der."
Popeye: "Schmöker oder Nichtschmöker?"
Ich: "Nichtschmöker"
Popeye: "Mit Frühstück?"
Ich: "Jau."
Popeye: "Verpack ich inne Rechnung, ne?"
usw.
Ich hatte noch Glück, den beiden Mädchen vor mir hat er mit den Worten "Ich geb euch was Nettes nach hintenraus" ein Zimmer mit direktem Blick aufs Pornokino angedreht.
Ansonsten lief der "Check-In", wenn man das so nennen darf, reibungslos. Rauf aufs Zimmer, Klamotten abladen und erstmal ein Astra leeren. Dann mit einem amtlichen Bäuerchen die Nachbarn begrüßen. Jacke wieder an, direkt zur U-Bahn-Station "St. Pauli", rein in die Bahn und ab Richtung Rathaus.
Auf dem Weg dorthin sind mir zwei Aufschriften aufgefallen: Auf der "Cap San Diego", einem Hotelschiff, das bei den Landungsbrücken liegt, kann man sich die Ausstellung "Ein Koffer voller Hoffnung" anschauen. Irgendwie mußte ich dabei sofort an die Bombenkoffer (Kofferbomben?) in den Regionalzügen denken. Eigenartig.
Die nächste Aufschrift war "Pegel halten" an einem Schleusenhäuschen gegenüber. "Wird gemacht," dachte ich, ein Bier hatte ich ja schon.
Schließlich stand ich – doch ein wenig nervös – vor der Kneipe und trat durch die Tür. Kurz darauf erkannte ich auch an einem der Tische den Grund meiner Reise. Gar nicht so einfach, wenn man sich nur von South Park Portraits und briefmarkengroßen Fotos kennt.
Die Getränkeversorgung war irgendwann in Schwung, und es wurde ein richtig netter Abend, hat wirklich Spaß gemacht.
Zum Schluß noch abgesprochen, daß man ja versuchen könne, Eintrittskarten für St. Pauli gegen Union Berlin zu bekommen. Auf dem Weg zum Hotel bin ich dann noch beim Döner-Mann vorbei und habe mich bei der Tanke gegenüber für eine gemütliche Fernsehnacht mit einer Tüte Chips eingedeckt.
Als die geöffnet war, bin ich dann auch sofort eingeschlafen.
Am nächsten Morgen mußte ich dann erstmal realisieren, daß es doch nicht die Feuerwehr war, die gerade durch mein Zimmer gefahren ist, sondern nur der Höllenalarm des Hotelweckers. Aua, mein Kopf. Nie wieder Kilkenny. Oder jedenfalls nicht so viel. Ibuprofen rein, duschen, frühstücken. Keine hektischen Bewegungen. Nicht bücken.
Ein Hotelgast machte es richtig: Er kam gleich mit einer Flasche Bier zum Frühstücksbuffet. Ich beneidete ihn ein wenig. Aber ich mußte ja noch fahren.
Nach dem Frühstück zurück aufs Zimmer, nochmal kurz das Fenster öffnen. Außen auf der Fensterbank lag ein benutztes Kondom. Ach richtig, wir sind ja auf St. Pauli. Da gehört das wohl dazu.

Nun mußte ich noch ein paar Besorgungen in Hamburg erledigen, und dann war es auch langsam Zeit, die weitere Tagesgestaltung zu besprechen. Leider gab's nur noch Karten für 40,- Euro, das war uns dann doch etwas zu happig. Gut, daß wir das nicht bezahlt haben, es ist ohnehin kein Tor gefallen.
Stattdessen haben wir uns noch einen Kaffee im Schanzenviertel genehmigt, und dann war der Kurzurlaub auch schon wieder vorbei.
Fazit: Hamburg ist immer wieder eine Reise wert, und wenn man einen so netten Grund zum Hinfahren hat, sowieso.






Vielen Dank!
Und irgendwann diese Woche blogge ich auch endlich mal die Gegendarstellung. :-)
Gar nicht abends noch auf dem Hans-Albers-Platz gewesen? Schade, da gibts immer was zu lachen *g*
Nie wieder Kilkenny?
Kein Alkohol ist doch auch keine Lösung …
Hat sie dir wenigstens Ted vorgestellt? Darauf warte ich ja noch.
Ich war froh, heile im Hotelzimmer angekommen zu sein, da waren Ausflüge echt nicht mehr drin. :-)
Und Ted ist bestimmt eifersüchtig, das wäre mir zu gefährlich gewesen.
Also soviel haben wir nun auch nicht gesoffen. Stell Dich mal nicht an wie ein Mädchen. ;-)
Und das mit Ted ist wohl vorbei, denke ich…
Aber ich habe seit dieser Woche einen Schlüsselanhänger mit nem Bärchen dran. Und das hat sich heute bewegt. Ich habs genau gesehen.
Wer hat denn hinterher mit Mortadella um sich geworfen?
Ich nicht. :-)
Solange Dir diese Figuren nicht befehlen, alles anzuzünden, mußt Du Dir keine Gedanken machen, glaube ich.
Aber sag rechtzeitig bescheid, wenn sie's tun.
[...] Aber das hat Lars ja alles schon viel netter gesagt. [...]