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Bilderbuchantifaschisten

Stößt man in einer Onlinecommunity – gleich welcher Art -  auf Spam, dann wehrt man sich in aller Regel dagegen, indem man den Urheber blockt und beim Plattformbetreiber verpfeift.

Handelt es sich um eindeutig illegale Inhalte, steht einem natürlich auch jederzeit frei, den Urheber anzuzeigen, insbesondere dann, wenn man sich durch diesen in seinen Rechten verletzt fühlt.

Nur eines verbietet einem der Verstand: Öffentlich auf den Account hinzuweisen. Schließlich will man ja gerade nicht, daß der Spammer Aufmerksamkeit erhält.

Seltsamerweise scheint eben dieser Verstand in Regelmäßigkeit zu versagen, wenn es sich beim Objekt der Abscheu um irgendwelche Nazis handelt.

So durfte man bereits im letzten Jahr ein Phänomen beobachten, bei dem etliche engagierte Antifaschisten dazu aufriefen, den Twitter-Account der NPD zu blocken. Und damit man diese Aufrufe auch ja wiederfindet, wurde auch gleich ein Hashtag verwendet, nach dem man Twitter durchsuchen konnte.

Das allerdings führte dazu, daß dieser Hashtag so häufig genannt wurde, daß dieser eine Zeit lang zum Spitzenthema auf Twitter avancierte und so dem NPD-Account eine Aufmerksamkeit zukommen ließ, den er ohne die gut gemeinte Blocking-Aktion nie erhalten hätte. Gut gemeint ist eben nach wie vor nicht dasselbe wie gut gemacht.

Man kann diesen Effekt mit der deutschen Presse vergleichen, die in schöner Regelmäßigkeit voller vermeintlicher Fassungslosigkeit Amokläufer auf die Titelseiten hebt und dadurch erst einen Anreiz schafft, es den Tätern von Erfurt und Winnenden gleichzutun.

Nun sollte man denken, daß man aus der komplett vergeigten Twitteraktion gegen die NPD gelernt hätte.

Hat man aber nicht.

Heute machen schon wieder den ganzen Tag sogenannte Retweets von Aufrufen die Runde, einen bestimmten, offenbar seit ca. 24 Stunden existierenden, Nazi-Twitteraccount als Spam zu melden, der heute Morgen noch 2 Follower hatte. Jetzt sind es bereits stolze 4.

Eine Suche nach dem Namen des Accounts hingegen fördert fast minütlich neue Treffer zutage.

Dieser Account ist nun schon allein wegen seines Namens, seines Avatars und seines Hintergrundbildes in Deutschland so offensichtlich illegal, daß es ein Leichtes sein dürfte, den Twittersupport darauf hinzuweisen, daß es sich hier um einen Account handelt, der umgehend zu löschen ist.

Aber das ist natürlich ein wenig aufwendiger, als mal schnell einen Retweet abzuschicken, der das Gewissen des aufrechten Antifaschisten wieder beruhigt.

Und so sitzt jetzt irgendein Knallkopp zu Hause vor seinem Rechner und schlägt sich vor Lachen Furchen in die Oberschenkel, weil die halbe deutschsprachige Twitterwelt dafür sorgt, daß nicht nur 2 popelige Follower seine Handvoll Tweets lesen, sondern er eine Aufmerksamkeit erlangt, die sich so ein Troll nur wünschen kann.

Mit etwas Glück schafft er es diesmal in die Trending Topics. Oder sogar in einen Artikel bei BILD online, irgendwas mit Hitler und den schändlichen Machenschaften im Internet kommt da ja immer gut.

Und wenn sein Account schließlich noch gelöscht wird, was soll’s?

Dann richtet er halt einen neuen ein.

Die Bilderbuchantifaschisten werden schon dafür sorgen, daß auch der wieder im Rampenlicht steht.

Ich melde den Account dann mal dem Twitter-Support. Einer muß es ja machen.

Der 6-Minuten-Rant von Wolfgang Grupp

Ein wenig erinnert mich Wolfgang Grupp, Inhaber des Bekleidungsherstellers Trigema, in seinen Ausführungen ja an die Propheten aus "Das Leben des Brian", aber ansonsten kann ich ihm durchaus folgen:

Sehr amüsant anzusehen sind dabei auch die säuerlich eingefrorenen Gesichtszüge der weiteren Gäste, mit Ausnahme der blonden Dame, die ich aufgrund ihres zufriedenen Grinsens ohne nachzusehen mal der Linkspartei oder einer Gewerkschaft zuordnen würde.

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Bundesverfassungsgericht erklärt Vorratsdatenspeicherung für nichtig

Ganz ehrlich?

Ich habe gerade ein bißchen geweint:

Und wieder einmal wird diese vor 2 Jahren von mir getätigte Aussage bestätigt:

Oder, wie es @mspro ausgedrückt hat:

Mehr fällt mir gerade nicht ein.

Doch: Da ich einer der 35.000 war, die Verfassungsbeschwerde eingelegt haben, habe ich gerade meinen ersten Gerichtsprozeß gewonnen. Cool.

Mehr lesen Sie in der heutigen Ausgabe

Liebe Süddeutsche Zeitung,

so teuer ist Ihr Online-Abo für das iPhone ja nun nicht, zugegeben.

Aber wenn ich schon dafür bezahlt habe, dann will ich zumindest davon ausgehen können, daß mir keine Inhalte vorenthalten werden, wenn ich nicht die gedruckte Ausgabe kaufe.

Somit werde ich dieses Abo wohl nicht wieder erneuern. Schade eigentlich.

Mit freundlichen Grüßen
Lars Reineke

Posted via email from spitblog's posterous

links for 2010-02-26

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Herzerweichend. Irgendwie.

Was passiert, wenn man in einem englischen Pub voller Tottenham Hotspur-Fans eben diese darum bittet, gemeinsam eine der schnulzigsten Pop-Balladen der 90er-Jahre zu singen?

Das hier. Und irgendwie ist das ziemlich großartig.

(YouTube DirektHotspur)

(via)

Star Wars Deleted Scene

Das Symbol auf der Tür! Ich schmeiß mich weg.

Posted via web from spitblog's posterous

links for 2010-02-23

Auf Wiedersehen, Herr Westerwelle

Dem schließe ich mich an.

Posted via web from spitblog's posterous

Liebe Kommentarspammer,

Ihr seid ja offenbar darauf aus, daß Eure Kommentare veröffentlicht werden, damit Eure Auftraggeber, von Billigfluganbietern über Handtaschenverkäufer bis zu schmierigen Online-Casinos, hier verlinkt werden.

Nun, wir machen das jetzt mal nach meinen Regeln.

Und zwar veröffentliche ich Euren Kommentar hier unter dem jeweiligen Artikel.

Aber den Link ändere ich vorher ab und lasse ihn auf einen Konkurrenten verweisen.

Ein Beispiel: Ihr seid im Auftrag eines Billigfluganbieters unterwegs und wollt auf meinem Blog Euren Spam abladen. Dann wird euer Kommentar veröffentlicht, aber die URL zeigt nicht mehr auf Euer Billigflugangebot, sondern z.B. auf die Webseite der Bahn. Oder auch mal auf einen anderen Billigfluganbieter, der mit Euch im Wettbewerb steht.

Wenn mir auf Anhieb nichts einfällt, verweise ich vielleicht in Eurem Namen auch mal auf Goatse. Könnt Ihr ja schonmal googeln, was das ist.

Des weiteren gibt es ab jetzt konsequent Beschwerden an Eure Provider, einige sind da ja recht kooperativ, wenn es darum geht, Spammern den Account abzudrehen.

Ach ja: Ob sie von meiner Maßnahme betroffen sind, können sich Eure Auftraggeber dann zukünftig auf meinem Posterous-Blog “Kommentarspam” anschauen.

Der, den ich gerade auf dem Handy angerufen habe, klang jedenfalls nach meinen Ausführungen nicht mehr sehr begeistert von Euch.

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