Diese Lampe habe ich vorhin in einem unserer neuen Räume aufgehängt. Es ist ein Raum, der in erster Linie zur Aufbewahrung dient, deswegen muß die Lampe darin auch nicht so schick sein. Was sie ja auch ganz offensichtlich nicht ist.
Und genau so eine Lampe, also, nicht ganz genau so, aber in der gleichen Bauart, nur mit Snoopy-Motiven drauf, so eine Lampe hatte meine große Schwester mal.
Wie es der Zufall jedoch wollte, hatte mir unser alkoholkranker Nachbar damals ein Feuerzeug geschenkt. Es war ein wiederauffüllbares, chromglänzendes und vermutlich sauteures Dupont-Feuerzeug, und ich war acht Jahre alt.
Weiß der Geier, warum er mir so ein Feuerzeug geschenkt hat, es war auf jeden Fall eine beschissene Idee.
Da ich nämlich weder rauchte, noch Kerzen mein Eigen nennen konnte, fehlte mir für dieses Feuerzeug einfach die Anwendungsmöglichkeit. Also bestand mein gesamter Nachmittag darin, irgendwelche Dinge zu finden, die man weitestgehend gefahrlos anzünden konnte.
Nach diversen Zigaretten meiner Mutter, verschiedene Stückchen Papier (“Aber draußen!”) und allem möglichen Zeug, das mal mehr, mal weniger geruchsintensiv herunterbrannte, fiel mein Blick auf die Snoopy-Lampe, die im Zimmer meiner Schwester von der Decke hing.
Die mußte einfach fan-tas-tisch brennen, das sah man ihr an.
Und meine Einschätzung täuschte mich nicht. Bereits in 30 Zentimetern Entfernung ließ das darunter gehaltene Feuerzeug den mit Woodstock auf seiner Hundehütte sitzenden Snoopy jäh aufflammen, und bevor ich durch heftiges Pusten die Flammen unter Kontrolle bringen konnte, hatte sich bereits eine breite Schneise in die Lampe gebrannt.
Die Lampe sah aus wie der unfertige Todesstern.
Ich mußte meine Brandstiftung irgendwie verschleiern, das war klar. Ich drehte die Lampe daher um ein paar Grad, so daß die Brandschneise von der Tür weg wies, das verschaffte mir erstmal etwas Zeit, und meine Mutter bemerkte tatsächlich zunächst nichts von dem gerade noch verhinderten Wohnungsbrand.
Als dann jedoch meine Schwester nach Hause kam, waren sich seltsamerweise beide Frauen auf der Stelle einig, daß ich es gewesen sein müsse, der die Lampe angezündet hatte. Nicht einmal meine streng logischen Einwände, daß es sich dabei ja wohl genauso gut um einen Kabeldefekt gehandelt haben könne, und wir doch wohl alle froh sein können, daß niemandem etwas passiert sei, und im Zweifel für den Angeklagten, nichts davon wurde ernst genommen.
Die Strafe fiel allerdings sehr moderat aus. Soweit ich mich erinnern kann, hat das meiste unser damaliger Nachbar abbekommen, der sich mehrfach der Frage aussetzen mußte, ob er noch ganz dicht sei, mir so ein Feuerzeug zu schenken. (Daß ich mindestens eine halbe Feuerzeugfüllung dadurch verbraucht hatte, meiner Mutter für ihren Nikotinkonsum Starthilfe zu geben, war nicht Bestandteil ihrer Argumentationskette.)
Das beknackte Feuerzeug mußte ich jedoch abgeben, aber das war kein großer Verlust, ich wußte ja eh nicht so richtig, was ich damit anfangen sollte.
Meine Schwester bekam recht bald wieder eine neue Lampe, und die sah dann auch bei weitem nicht so scheiße aus, wie die, die ich heute aufgehängt habe.
"Wer nicht will, dass aus hehren Motiven gefoltert wird, der kann auch nicht ernsthaft den Ankauf dieser Daten befürworten. Dass es ein erheblicher Teil der Politiker, Journalisten und Bürger dennoch tut, zeigt letztlich nur wie heuchlerisch diese Gesellschaft in Wirklichkeit ist."
Nachdem hier nun seit ca. einem Monat kein Artikel mehr erschienen ist, will ich Euch den Grund nicht länger vorenthalten.
Wir ziehen um. In eine große, große, also wirklich große Wohnung. Und die mußte komplett renoviert werden, Wände gestrichen (bis zu 4 x), Decken gestrichen, Fußböden verlegt, Fensterbänke und Fußleisten lackiert und was weiß ich noch alles. Natürlich alles am Wochenende oder nach Feierabend.
Aber jetzt sind wir fast fertig. Wurde auch Zeit, die Stimmung wurde mittlerweile immer gereizter, weil wir praktisch kaum noch Freizeit hatten.
Ich freue mich aber schon drauf, ich glaube, die Arbeit hat sich gelohnt:
Im Niedersächsischen Landtag hat gestern ein Abgeordneter der Grünen, @Helge_Limburg, den Innenminister Schünemann während einer Debatte zum Bleiberecht für Flüchtlinge als “unerträglichen Hetzer” bezeichnet.
Das ist soweit nichts besonderes, und möglicherweise hat Limburg sogar Recht, immerhin ist die Wahrscheinlichkeit, daß aus Herrn Schünemann irgendetwas Weltoffenes herauskommt, nicht sonderlich hoch.
Aber Limburg hat es auf Twitter getan, und das gibt dem Ganzen offenbar für die Netzgemeinde eine komplett andere Wendung.
Dort ist Limburg jetzt der Held, ein einsamer Kämpfer für Wahrheit und Gerechtigkeit.
Twitter ist derzeit voll von Aufforderungen, @Helge_Limburg zu folgen, sein ursprünglicher Tweet wurde bereits so oft retweetet, als stünde darin, wie man Krebs heilt.
Limburgs Äußerung bezog sich jedoch offenbar auf einen konkreten Redebeitrag Schünemanns.
Bisher habe ich jedoch noch nicht einen einzigen von den vielen neuen Limburg-Fans gefunden, der mir hätte sagen können, auf welche Äußerung sich Limburg bezog und ob diese tatsächlich einen Vergleich mit Strache und Wilders rechtfertigt.
Ich will mich damit gar nicht gegen Limburg stellen, der hatte wahrscheinlich gute Gründe für seine Wortwahl.
Aber was veranlaßt Dutzende, wenn nicht Hunderte, sich ihm an den Hals zu werfen, wenn noch keiner von ihnen den Anlaß für seine Bemerkung kennt?
Wer tatsächlich noch keinen GoogleWave-Account hat, kann unter diesem Beitrag einen Kommentar mit gültiger EMail-Adresse hinterlassen, dann trage ich diejenigen der Reihe nach ein.
Die EMail-Adresse bitte ins entsprechende Feld reinschreiben. (Man weiß ja nie.)
Ach ja, ihr müßt auch nicht Dankbarkeit heucheln oder so, meinetwegen könnt Ihr auch nur einen "." in den Kommentar schreiben, das ist mir egal, es geht streng nach Reihenfolge, und nach 6 Invites ist erstmal wieder Schluß.
Ein Bißchen Geduld müßt Ihr allerdings auch mitbringen, bis Google die Accounts tatsächlich freischaltet, kann das erfahrungsgemäß ein paar Tage dauern.
Nach einem Bericht des Magazins “Kontraste” ist das AKW Biblis trotz erheblicher Sicherheitsmängel mehr oder weniger heimlich wieder in Betrieb genommen worden.
Ich habe mir mal den Spaß erlaubt, die gesperrte Zone von Tschernobyl maßstabsgetreu so auf eine Deutschlandkarte zu projizieren, daß Tschernobyl und Biblis deckungsgleich sind.
Das interessiert Sie vermutlich nicht, Herr Röttgen.
Möglicherweise aber die CDU-Wähler aus Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Darmstadt, Mannheim, Kaiserslautern, Ludwigshafen und Heidelberg, die mit dafür gesorgt haben, daß Sie nun Umweltminister sind und als eine der ersten Amtshandlungen zunächst mal einen Atomlobbyisten zum Chef der Reaktorsicherheit gemacht haben.
Das ist übrigens kein Unbekannter.
Den Job hatte er schonmal. Unter Umweltministerin Merkel.
Nachdem ich mich gestern noch über Google geärgert hatte, scheint jetzt alles gut zu werden.
Ich hatte erst vor kurzem Etherpad entdeckt, eine Plattform, auf der man sehr schnell und unkompliziert gemeinsam mit anderen Benutzern an ein und demselben Text arbeiten kann. Doch kaum hatte ich das Ding weiterempfohlen, machte die Meldung die Runde, daß Google das Unternehmen übernommen und die Anwendung geschlossen habe.
Der Protest der Nutzer war offenbar laut genug, daß man ihn in Mountain View hören konnte.